Tenkara

Eine uralte japanische Art zu fischen, aus dem 9. Jahrhundert vor Christus, wird wieder neu entdeckt. Schon der blumige Name Tenkara (sinngemäß ins deutsche übersetzt: "vom Himmel schwebend") sagt viel über diese Kunst aus. Vom Himmel schweben soll die Fliege und sanft auf dem Wasser aufsetzen. Dazu ist natürlich feinstes, ultraleichtes Gerät gefragt. Oft wird Tenkara-Fischen mit Stippfischen verglichen. Beide Angelarten haben aber nicht das geringste miteinander zu tun. Da wo bei Tenkara die Rutenlänge aufhört, fängt in der Regel das Stippfischen erst an. Auch die Köder sind andere. Wärend man beim Stippfischen hauptsächlich auf Natur- und Lebendköder (Mais, Maden, Würmer usw.) setzt, werden beim Tenkarafischen künstliche Fliegen verwendet. Außerdem wird mit der Tenkararute ähnlich geworfen wie beim Fliegenfischen und auch die Präsentation und Führung der Fliege hat nichts im geringsten mit Stippfischen zu tun. Also, dieser Gleichsetzungsversuch ist der berühmte Vergleich: Äpfel mit Birnen. Dann könnte ich auch Tenkarafischen mit jeder anderen Angelart vergleichen, denn ich benutze eine Angelrute um damit Fische zu fangen.

Tenkara ist die ursprünglichste Art mit der Fliege zu fischen. Stammt sie doch aus einer Zeit, in der es noch keine Rollen gab. Als Rute dienten Bambusrohre an deren Spitze einfach eine Schnur aus Rosshaar gebunden wurde. Am Ende der Schnur wurde etwas fliegenähnliches mit einem Haken angebunden. Das Haupteinsatzgebiet für Tenkara damals wie heute sind kleine Gebirgsbäche welche es im Norden Japan's und auch hier bei uns zur Genüge gibt. Zielfische sind Forellen, Saiblinge und Äschen, also alle Fische welche in solchen Gebirgsbächen ihr Zuhause haben.

Unsere alpinen Gewässer mit ihren unterschiedlichsten Strukturen bieten alle Voraussetzungen für diese Art zu fischen. Gumpen, Rieselstrecken, tiefere Rinnen, kleine Stufen und Wasserfälle, starker Uferbewuchs, Wiesen, Felsen und Kiesbänke wechseln sich ab und erlauben den Einsatz von Tenkararuten, ganz nah am Fisch. Das erfordert aber auch ein äusserst behutsames Vorgehen, eine feine Präsentation der Fliege aus der Deckung heraus, eine naturnahe Führung der Fliege und bei einem Biss nur ein sensibles Dagegenhalten (ich vermeide bewußt den Begriff: Anhieb). Der Drill, bedingt durch die extrem weiche Rute, kann bei kaum einer anderen Angelart so gefühlsbetont erfolgen.

Die nachfolgenden Bilder aus meiner Heimat zeigen schön welche Gewässer geradezu prädestiniert sind für's Tenkarafischen.

Die Rute:

Für Minimalisten, zu denen ich mich auch zähle, ist Tenkara die ideale Art zu fischen. Die Rute ist leicht, kurz und die Schnur wird für den Transport einfach über zwei Clips (Line-Keepers), welche an der Rute befestigt werden, gewickelt. Eine Rolle erübrigt sich. Tenkararuten gibt es von einfachen Einsteiger-Ruten mit einem Korkgriff versehen, bis zu handgeschnitzten Bambus- oder Edelholzgriffen welche zusätzlich noch mit Fliegen- oder Fischmotiven verziert sind. Dementsprechend auch die Preisklasse von ca. 100 bis mehrere 1000 €. Sogenannte Startersets haben den Vorteil dass die Einstiegsruten etwas stabiler sind und gerade am Anfang noch einige Fehler verzeihen. Ausserdem ist die Ausrüstung sofort einsatzbereit und bei einigen Herstellern sind auch noch Ersatzspitzen mit dabei oder können mitbestellt werden.

Die Aktion der 3 bis 4,50 m (meist 3,30 / 3,60m oder 3,90 m) langen Teleskopruten werden in Verhältnissen klassifiziert. So bedeutet z. B. die Aussage 6:4 dass die unteren 6 Einheiten härter und die oberen 4 weicher sind. Am gebräuchlichsten sind:

Die Länge der Rute orientiert sich am Gewässer. Befischt man hauptsächlich schmale, kleine Bäche so nimmt man eher eine kürzere Rute und bei größeren Bächen bzw. Flüßen eine Längere. Gleichfalls passt man die Rutenlänge an die meist erforderliche Wurfweite an. Für weite Würfe gilt: eher längere Rute, für kurze Würfe: eher kürzere Rute.

An der Rutenspitze ist eine, etwa 4 cm lange, Geflechtschnur (Lilian) angebracht, an welchen wiederum die eigentliche Flugschnur mit einem ganz simplen Knoten befestigt wird. Zum Knoten etwas später. Damit man die einzelnen Teleskopteile auch herausnehmen kann, ist am Ende (Griff) wie bei herkömlichen Teleskopruten ein Schraubverschluss. Der obere Teil ist ebenso gegen ein Herausfallen der Teile mit einem Steckverschluss gesichert. Zur Schnuraufwicklung dienen zwei Clips (Line-Keepers) welche mit einem Gummi oberhalb des Griffteils befestigt werden.


Line-Keepers

Die Schnüre:

Als Schnüre kommen hauptsächlich drei Arten in Betracht:



Traditional Line
Level Line
Titanium Line

Aber auch ganz normale monofile Schnüre werden verwendet.

Das Vorfach:

Als Vorfach verwende ich ein 1 m - 1,50 m langes Fluorcarbon mit einem Durchmesser von 0,14 mm. Auch 0,16 ist möglich. Für Trockenfliegen empfehle ich ein konisches Vorfach.

Die Fliegen:

Ähnlich wie beim "Tschechisch Fischen" gibt es auch bei Tenkara eigene Tenkara-Fliegen. In Japan heißen sie: "Sakasa Kebari". Karakteristisch für Tenkara-Fliegen sind die nach vorne, Richtung Ör stehenden, Hechelspitzen. Sakasa Kebari heißt soviel wie: verkehrt herum gebundene Fliege (Sakasa: umgekehrt, Kebari: Hechel oder Fell auf Haken). Die wirklich sehr einfache Bindeanleitung für die Tenkarafliege bekommt Ihr mit einem Klick auf das nachfolgende Bild.

Tenkara-Fliege
Tenkara-Trockenfliege
Bindeanleitung

Ich verwende aber auch alle Fliegen die ich sonst in meinen Hausgewässern verwende aber höchstens bis zu drahtgebundenen Nymphen wie etwa eine Ritz-D, Arthofer oder Pheasant-Tail in der Hakengröße #10 und sehr kleinen (#14) Goldkopfnymphen. Sehr gute Erfahrungen hab ich mit den drahtgebundenen Nymphen gemacht. Als Trockenfliegen: Adams, Mosquito, Fratnik und Red-Tag. Als Nassfliege die Märzbraune. Nymphen: hauptsächlich Ritz-D und Hasenohrnymphe. Saisonalbedingt natürlich auch Maifliege oder Daddy-long-leg.

Adams Mosquito Fratnik Red Tag Märzbraune Ritz D Maifliege Daddy long leg

Als praktische Fliegenbox nehme ich gerne die kleine Plastikbox von C&F mit ans Wasser. Sie läßt sich schnell und leicht für einen kurzen Transport an die Tenkararute heften. Viele Fliegen braucht man nicht zum Tenkara-Fischen und somit reicht die kleine Box locker aus.

Ein bis zwei kleine Gummiringe, welche man auch im Baumarkt als Dichtungsringe bekommt, kann man in Griffnähe auf die Rute streifen. In diesen, auf der Rute verschiebbaren Ring, kann man dann schön die Fliege einhängen.

Die Knoten:

Zunächst wird in das Stückchen Geflechtschnur an der Rutenspitze (Lilian) soweit vorne wie möglich ein ganz normaler, einfacher Überhandknoten gemacht. Bitte nichts wegschneiden! Das überstehende Ende stört nicht und wird später beim Knotenlösen wieder benötigt.

Verbindung Lilian/Level-Line:

In die Flugschnur (Level Line) binde ich einen Einfachen Turleknoten welcher eine verschiebbare Schlaufe ergibt. Das Ende der Flugschnur so kurz wie möglich halten. Jetzt wird das Schnurstückchen (Lilian) an der Rutenspitze zweimal durch die Schlaufe gesteckt. Achtung auf die Rutenspitze! Bei diesem Vorgang kann die Spitze brechen! Das Schnurstückchen wie in der Abbildung festhalten und den Knoten vorsichtig zusammenziehen. Die Enden nicht abschneiden! Sie stören nicht und werden zum öffnen des Knotens wieder benötigt.

Verbindung Lilian/Traditional-Line:

In die Flugschnur (Traditional-Line) binde ich einen Schlaufenknoten falls er nicht schon vorhanden ist. Durch diese Schlaufe ziehe ich ein Stückchen der Traditional-Line wie im Bild und lege die neu entstandene Schlaufe vorsichtig über den Lilian. Jetzt nur noch vorsichtig zusammen ziehen und fertig ist die Verbindung Lilian/Traditional-Line. Es gibt auch schon fertige Traditional-Line's an denen schon eine Schlaufe mit einem verschiebbaren Ring angebracht ist. In diesem Fall einfach die Schlaufe über den Lilian legen und hinter dem Knoten zuziehen. Achtung wieder auf die Rutenspitze!

Verbindung Lilian/Titanium-Line:

Kauft man die fertige Titanschnur, ist meist schon eine große Schlaufe in der Regel aus einer geflochtenen Schnur daran gebunden (s. Bilder bei Verbindung Lilian/Traditional-Line). In diesem Fall wird die Titanschnur wie oben bei der Verbindung Lilian/Traditional-Line angebunden. Falls die Schlaufe fehlt kann man diese auch selbst mit einem Schlaufenknoten an die Titan-Schnur binden. Die komplette Montage sieht etwas anders aus wie gewohnt. Als erstes kommt die geflochtene Schlaufe wie soeben beschrieben. An diese geflochtene Schlaufe wird ebenfalls mit einem Schlaufenknoten die Titanschnur angebunden. Auf die Titanschnur folgt eine ca. 50 cm lange monofile Schnur (0,25-0,30) welche wie ein Shockabsorber wirkt und auch einen sanfteren Übergang zum Vorfach gewährleistet. Der ideale Knoten dafür ist der doppelte Grinner- oder Uni-Knoten jedoch mit einer kleinen Änderung. Normalerweise werden zwei unterschiedliche Schnüre mit dem doppelten Grinner- bzw. Uni-Knoten so verbunden dass auf jeder Seite mind. 5-6 Windungen gemacht werden. Bei der Verbindung Titan-Schnur mit einer geflochtenen oder monofilen Schnur werden mit der geflochtenen oder monofilen Schnur 10 Windungen auf der Titan-Schnur durchgeführt wogegen mit der Titan-Schnur 3 Windungen auf der geflochtenen oder monofilen Schnur reichen. Zu guter Letzt wird das Vorfach an die monofile Schnur geknotet. Verwendet man Fluorcarbon-Vorfächer, dann kann man auch mit einem Pitzenbauer-Ringerl verbinden. Wenn nicht, reicht auch ein ganz normaler Schlaufenknoten bzw. eine Schlaufenverbindung. Bei der Schlaufenverbindung werden einfach die beiden Schlaufen ineinander gesteckt und die kürzere Schnur (Vorfach) durchgezogen.

Knoten lösen:

Um die Knoten wieder zu lösen einfach beide Enden (bei der Level-Line) bzw. das Ende des Lilian und die Schlaufe der Traditional-Line in die Finger nehmen und durch ganz vorsichtiges ruckeln und auseinanderziehen den Knoten wieder lösen. Auch das ist eine feine Sache denn man muß nichts abschneiden, was bei der Kürze des Lilian auf Dauer fatal wäre. Achtung wieder auf die Rutenspitze!

Werfen mit der Tenkara-Rute:

Mit Ausnahme der Würfe mit Zugunterstützung können die meisten Würfe aus dem Fliegenfischen auch hier angewandt werden. Überkopfwürfe, Rückhand, Seitwürfe, Rollwürfe, immer mit dem Zeigefinger auf dem Griff. Da, wo ich mit dem Zeigefinger hindeute, dahin geht meine Fliege. Kraftvolles oder hektisches Werfen ist hier noch mehr fehl am Platz als beim traditionellen Fliegenfischen. Die feine, "butterweiche" Rute verzeiht keine Fehler mehr. Ich erinnere an dieser Stelle nocheinmal an die Übersetzung von Tenkara: "vom Himmel schwebend". Die Präsentation der Fliege steht hier mehr denn je an oberster Stelle.

Da man beim Tenkara fischen sehr nah am Fisch ist muß auf Deckung und vorsichtiges anpirschen besonderer Wert gelegt werden. Auch ist der Stand der Sonne wichtig. Die Sonne im Rücken ist mehr denn je zu vermeiden um keine großen Schatten zu werfen. Beim Tenkarafischen wird auch hauptsächlich stromauf präsentiert da man dann von hinten an den Fisch herantritt und die Fliege schön auf den Fisch zutreiben lassen kann. Salmoniden in den kleinen Gumpen unserer Gebirgsbäche anzuwerfen macht mit der Tenkararute riesen Spaß. Fischt man am gegenüberliegenden Ufer langgezogene Rinnen ab, so erinnert es manchmal an's tschechische Fischen. Keine Flugschnur auf dem Wasser, die Rute folgt der Strömung und die Fliege treibt in der Fließgeschwindigkeit stromabwärts.

Anhieb Drill und Landung:

Schon wie beim herkömmlichen Fliegenfischen ist beim Tenkara-Fischen der Anhieb kein kraftvolles Anschlagen, sondern eher ein gefühlvolles Dagegenhalten mit der Rute nach oben.

Mit sehr sanften Druck wird der Fisch beim Drill immer wieder zur Kursänderung bewegt, bis er müde ist. Die Rutenspitze folgt dabei dem Fisch. Bei größeren Fischen muß man gelegentlich schon mal dem Fisch nachlaufen. Die Möglichkeit dazu wird beim Tenkarafischen genauso vorher geprüft, wie die Prüfung, ob der Fisch auch von meinem Angelplatz aus sauber zu landen ist. Ist der Fisch gut ausgedrillt, führt man ihn zu sich heran indem man die Rutenspitze am Kopf vorbei nach hinten führt und mit ausgestrecktem Arm die Schnur bzw. das Vorfach zu fassen bekommt. Es ist besser die Rutenspitze nicht nach oben zu halten sondern in einem 45° Winkel. Spätestens jetzt, wenn man die Schnur in der Hand hat, keine starken Bewegungen mehr mit der Rute durchführen. Rutenbruch! Der Fisch wird mit der Schnur über den Kescher gezogen. Sollte der Fisch noch einmal fliehen wärend ich schon die Schnur in der Hand habe, dann einfach die Schnur vorsichtig auslassen und das Ganze wiederholen.

Tenkarafischen ist gerade durch die Feinfühligkeit der extrem weichen Rute, welche mit sanftem Druck den Fisch führt und dessen Fluchten federnd abfängt besonders waidgerecht. Ich habe oft das Gefühl dass gerade durch diese sanfte Führung die Fluchten nicht ganz so wild ablaufen als wenn ich den Fisch härter führe. Er wirkt lange nicht so gestresst.

Tipps und Tricks:

  • Beim Herausziehen der Rutenteile immer zuerst die Spitze und dann den jeweils größeren Teil ausfahren. Beim Zusammenschieben in umgekehrter Reihenfolge. Starke Biegungen vermeiden und immer die Teile so nah wie möglich an der Steckverbindung anfassen.
  • Wenn alle Teile ausgefahren sind, die Rute leicht schütteln um lose Verbindungen festzustellen. Das sollte man auch zwischendurch und vor allem nach einem Drill immer wieder mal tun. Eine lockere Verbindung führt zum Rutenbruch!
  • Beim Rutenkauf möglichst schon Ersatzteile mit bestellen und zwar nicht nur die Spitze sondern, wenn man sie bekommt auch die unteren Teile da man gerade am Anfang die unteren Teile eher überschätzt und die Spitze eher unterschätzt. Die weiche Spitze ist, trotzdem sie so dünn erscheint, noch sehr elastisch!
  • Die Clips (Line-Keepers) für die Befestigung der Schnur an der Rute könnten leicht verloren gehen. Also ein paar Reserven mitbestellen. Sie kosten kein Vermögen, sind aber schwer zu bekommen. Als Ersatz kann man auch mal die Haarclips der Mädchen nehmen. Man bekommt sie in Drogeriemärkten.


  • Den Abschlussstopsel an der Rutenspitze immer sofort einstecken damit er nicht verloren geht. Sollte das doch einmal passieren, dann hilft auch kurzfristig ein Holzstückchen oder ein zusammengerolltes Papiertaschentuch. Auf keinen Fall die Rute offen transportieren! Als Ersatz kann man auch Korken verwenden, welche Parfümerien oder Schnapsbrennereien verwendet, um ganz kleine Fläschchen zu verschließen. Auch Plastikabschlüsse von Gardinenschienen funktionieren gelegentlich.
  • Fischt man traditionell und will ein bisschen sparen, kann man sich eine weiche geflochtene Schnur (etwa Rutenlänge) auch selbst zuschneiden. Sie wirft sich zwar nicht so gut wie eine konische Schnur aber zur Not geht es auch.
  • Auch die Level Line läßt sich mühelos durch eine dünne Runningline (10 m oder 15 m) ersetzen.
  • Bei Verwendung einer Level-Line ist es wichtig, das Wurfgewicht und die Länge exakt auf die Rute abzustimmen. Eine zu lange und/oder zu schwere Level-Line führen zum Rutenbruch!
  • Der Unterschied zwischen einer drahtgebundenen Fliege und einer Trockenfliege ist beim Werfen deutlich spürbar. Bei Trockenfliegen rate ich aus diesem Grund zu einem konischen Vorfach. Beim Nymphenfischen streckt sich das Vorfach auch durch das Eigengewicht der Nymphe.
  • Für die Reservespitzen hab ich im Baumarkt ein leichtes Edelstahlröhrchen in der Länge der Rutenspitze gekauft (bzw. zugeschnitten) und mit Plastikpfropfen aus der Gardinenabteilung (Abschlüße der Gardinenstangen) zugemacht.

  • Für die Verbindung Flugschnur/Vorfach bei der Level-Line können auch herkömmliche Loop on Junction's verwendet werden sofern sie nicht zu locker sitzen.

  • Ältere Herrschaften oder wenn man nicht (mehr) so Trittfest ist, können auch wieder öfter auf ihren Watstock zurückgreifen. Die linke Hand ist ja durch das fehlen der Rolle frei geworden. Das Problem war auch der zusätzliche "Balast" eines Stockes. Am besten hängt man am Griffteil des Watstockes einen kleinen Karabiner ein und hängt den Watstock einfach in den D-Ring der Wathose wenn man die zweite Hand benötigt (z.B. beim Landen des Fisches).
  • Seitliche Krafteinwirkung auf die Rute ist immer zu vermeiden.
  • Professionelle Fliegenfischer legen gerne den Zeigefinger auf den Blank. Bei Tenkara ist es besser ihn so nahe wie möglich am Ende des Griffs (Rute) zu positionieren. Man erreicht dadurch eine bessere Hebelwirkung.
  • Mehr denn je ist darauf zu achten dass man nicht im Baum am gegenüberliegenden, evtl. unerreichbaren Ufer landet. Ein lösen und/oder aushängen des Hakens mit der Rute führt unweigerlich zum Rutenbruch. Immer versuchen, den Haken mit der Schnur in der Hand zu lösen. Prüfen ob man evtl. durch das Zusammenschieben der Rute das Problem (die Schnur) sicherer lösen kann.
  • Den Fisch beim Landen möglichst erst in's seichtere Wasser führen.
  • Auch die Wahl des Angelplatzes ist sehr wichtig! Am besten einen Platz wählen wo das Landen mühelos geschehen kann und bei kampfstarken Fischen evtl. auch ein mitlaufen möglich ist.

Wenn man Tenkara als eine feine und waidgerechte, zusätzliche Angelart versteht, indem man genauso wie beim Fliegenfischen ohne Widerhaken fischt, einen sehr weichen Anhieb setzt und den Fisch bedingt durch die äusserst weiche Rute extrem sanft führt, ist es eine großartige Bereicherung unseres wunderschönen Hobbys und wird genauso viel Freude und Erholung am Wasser bringen, wie andere Angelarten auch.

Jetzt wünsch ich Ihnen noch viel Spaß bei dieser einfachen Art zu fischen und eine schöne, erfolgreiche Zeit beim Tenkara-Fischen!